NRW-Baurecht und das Staffel-Geschoss (Entwurf 4)

Mit der dritten Entwurf – der sich nicht mehr wesentlich verändert hatte, sind Eugenia und ich dann mal beim Bauordnungsamt vorbeispaziert, um dort mal die Experten drauf schauen zu lassen, ob das soweit in Ordnung ist. Schließlich wollte wir keinen unnötig abgelehnten Bauantrag haben.

Das Planungsbüro sitzt zwar in Niedersachsen, aber wir hatten ja bereits den Kontakt hergestellt und wenn jemand in NRW Bauanträge einreicht, dann würde er sich sicherlich damit auskennen – dachten wir!

„Das geht so nicht!“ war der kurze Satz, der unserer Bauvorhaben jäh ausgebremst hat. Es folgten dann noch ein paar Erklärungen, die ich hier nur laienhaft wiedergeben kann. Da wir keinen Bebauungsplan, sondern lediglich eine Satzung haben, müssen wir uns an die dort enthaltenen Regeln halten. Eine davon besagt „ein Vollgeschoss“. Im Vorfeld sagte man uns seitens OKAL und auch im Planungsbüro, dass das Obergeschoss nicht als Vollgeschoss zählen würde, wenn es nur 70% der Fläche von der Etage darunter hätte. Allerdings war das scheinbar die Regelung für Niedersachsen. In NRW wird nach aktuellem Baurecht ein „Staffel-Geschoss“ verlangt. Das bedeutet, dass umlaufend zusätzlich zu der 70%-Regelung jede Wand mindestens einen Meter zurückspringen muss.

Das war es dann mit unserer überdachten Terrasse und der überdachten Haustür. Ganz davon ab können wir die bisherigen Pläne nun erst einmal über den Haufen werden. Die würden keinesfalls durchgehen 🙁

Das Baurecht würde sich zwar irgendwann auch in NRW ändern aber so lange wollten wir nicht warten. Daher mussten wir uns die Pläne nun noch einmal vornehmen.

Da die Antworten aus dem Planungsbüro leider in immer größeren Abständen folgten und wir den Chef grundsätzlich nicht ans Telefon bekamen, haben wir selbst die Buntstifte ausgepackt und überlegt, wie wir uns nun ein Staffel-Geschoss basteln können.

Unsere Skizze für ein Stafel-Geschoss

Zur Erklärung unserer Skizze: Die grüne Linie stellt das Erdgeschoss dar. Das Wohnzimmer wird zum Garten deutlich verlängert und ein Teil der Überdachung fällt weg. Ebenso wie die vorgelagerte Beschattung. Die eigentliche Terrasse würde nun deutlich kleiner und quadratisch. In der Ecke würden dann zwei Stützwände stehen. Dort wäre später dann mal platz für einen Grill. Jetzt würden auch zwei aufschiebbare Glaswände ausreichen.

Das Obergeschoss hat die Ausmaße der orangenen Linie. Dadurch hat sich die Größe nicht verändert. Sprich: Oben nicht kleiner, sondern nur unten größer. Es fühlte sich an, wie ein Kompromiss, an den wir uns erst gewöhnen mussten – aber es war sicherlich nicht die schlechteste Idee.

Wie gehabt wurden unsere Wünsche nahezu 1:1 vom Planungsbüro übernommen. Schön, wenn die Experten mit unserem Vorschlag arbeiten können:

Entwurf 4: Erdgeschoss

Als Bonus gab es auch wieder ein paar neue 3D-Ansichten. Hier einmal zwei Beispiele. Mittlerweile gab es auch ein Upgrade: Das haus schwebt nicht mehr in der Luft, sondern steht nun auf einer Wiese. Eine grafische Meisterleistung und durch den Schattenwurf schon fast fotorealistisch. *g

Entwurf 4: Ansicht von der Straße
Entwurf 4: Gleiche Ansicht von weiter oben

Durch die Änderungen der Ausmaße hat sich auch die Lage des Hauses auf dem Grundstück verändert. Der „Klotz“ ist nun so wuchtig geworden, dass der Garten kaum noch existent ist:

Lageplan nach Entwurf 4

Schließlich konnten wir auch mit diesem Entwurf ganz gut leben. Was uns nun noch fehlte war der Hauspreis und ein Bauantrag, damit wir endlich Nägel mit Köpfen machen konnten …

Das fliegende Haus (Entwurf 2)

Nach unserem Urlaub schien es nun auch voran zu gehen. Die Änderungen wurden schnell eingearbeitet und obwohl es nur ein paar Kleinigkeiten waren, änderte sich dadurch das Erscheinungsbild doch ganz erheblich.

Zwischenzeitlich hatten wir das Bauamt der Stadt Hamm auch besucht, um uns dort ein paar Informationen zu holen, was laut Bebauungsplan erlaubt ist und was nicht. Den Kontakt hatten wir auch direkt an das Planungsbüro weitergegeben. Schließlich sollte ja alles glatt laufen und wir hatten schon Bedenken, dass man evtl. an die Grenzen des Bebauungsplans (oder wie in unserem Fall der Satzung) stößt.

Entwurf 2: Erdgeschoss
Entwurf 2: Obergeschoss

Dem Bauamt war im Arbeitszimmer/Büro (unten) zu wenig Licht. Deshalb gibt es hier nun deutlich mehr Fensterfläche. Sieht sicherlich auch gut, hell und einladend aus, wenn es fertig ist.

Zusätzlich wurde eine raumhohe Verglasung (die heißt bei OKAL „Minimal Window“) eingearbeitet. Da bestehen die Wände nahezu vollständig aus Glas. Haben wir im Musterhaus gesehen und das sieht absolut klasse aus! Dafür hätten wir dann allerdings 4 Doppel-T-Stahlträger im Wohnzimmer. Hat aber was von Loft …

Im oberen Bereich wurden die Änderungen nach dem ersten Entwurf eingearbeitet und das Ankleidezimmer hat etwas mehr Licht/Fenster spendiert bekommen.

Eugenia hatte noch eine Idee, wie man das Eltern-Badezimmer einladender gestalten kann. Dazu gibt es nun einen abgetrennten WC-Bereich und eine Walk-in-walk-out-Dusche hinter dem Waschbecken sowie Platz für eine freistehende Wanne.

Dass sich im Wäschraum die Position des Fensters und der Geräte geändert hat, ist eher zu vernachlässigen. Aber das Gesamtbild soll so am Ende schöner aussehen. Deswegen ist nun auch der Luftraum auf der Terrasse an eine andere Position gewandert.

Und so sieht es nun in 3D aus:

Ansicht von der Straße Richtung Büro
Ansicht von der Straße Richtung Eingang
Ansicht vom Garten Richtung Atrium
Ansicht vom Garten Richtungüberdachte Terrasse

Da man ja aus TV-Sendungen oder größeren Ausschreibungen so High-End-Skizzen gewohnt ist, waren wir ein wenig enttäuscht, dass unser Haus quasi über den Wolken schwebte … wenigstens ein wenig Grund und Boden hätten wir uns gewünscht … aber so haben wir nun ein „fliegendes Haus“.

Aber man kann sich nun gut vorstellen, in welche Richtung es gehen wird. Sieht noch ein wenig „klotzig“ aus aber das werden wir sicher auch noch hinbekommen.

Die ganzen Gitter muss man sich übrigens wegdenken. das sollen alles Glas-Elemente werden. Die gibt es jedoch im Planungs-Tool scheinbar nicht, deswegen sieht es noch ein wenig seltsam aus.

Was übrigens nicht fehlt ist das Dach. Das brauchen und wollen wir nicht. Also ein Dach schon, aber eben ein flaches. Das nimmt nicht so viel Raum weg, wie ein Dachschräge und wir sind ja Fans von klaren und modernen Linien.

Damit man auch mal eine Vorstellung davon bekommt, wo das Haus auf dem Grundstück liegt, hier mal ein erster Lageplan:

Lageplan nach dem aktuellen Planungsstand

Ist schon ein ganz schöner Klotz aber er bewegt sich vorne und hinten in den gängigen Fluchten der benachbarten Häuser. Wirklich viel Garten werden wir nicht bekommen, aber damit können wir gut leben – weniger Grünzeug, um das man sich kümmern muss …

Da steht übrigens etwas von „Garage“ rechts im Bild. Da soll aber maximal ein Carport hin. und ob wir das direkt bauen, wird sich dann eher spontan entscheiden. Uns wurde nur geraten, es direkt mit zu beantragen, ob Papierkram zu sparen.

Wir sind mit dem aktuellen Stand der Planung sehr glücklich und freuen uns, dass es so zügig voran geht.

Die ersten Entwürfe sind da!

Es ist wohl der erste große Moment, auf den man hinfiebert, wenn man baut. Der erste Entwurf vom späteren Eigenheim. Dieser sollte eigentlich schon ca. 2 Wochen nach dem ersten Planungsgespräch zu uns kommen aber – das kann passieren, auch wenn es nicht sollte – das Planungsbüro hatte uns schlichtweg vergessen. Weil wir aber in den Urlaub wollten, hatten wir noch einmal nachgefragt und die Zusage bekommen, dass wir noch vor unserer Reise einen ersten Entwurf bekommen würden, der jedoch sicherlich nicht bis ins kleinste ausgearbeitet ist aber zumindest zeit, wo die Reise hingeht.

Und so sehen sie aus:

Entwurf 1: Erdgeschoss
Entwurf 1: Obergeschoss

Was uns als allererstes aufgefallen ist und was uns auch begeistert hat war die Tatsache, dass unsere laienhafte Skizze nahezu 1:1 umgesetzt wurde.

man könnte jetzt auch sagen, die kreative Leistung des Entwurfsverfassers lässt zu wünschen übrig aber das sehen wir ganz anders. Jeder Bauherr hat ja etwas im Kopf, das er gerne umsetzen möchte und oft ist es so, dass die Profis dann sagen „das geht nicht“. Man denke nur einmal daran, wie Kinder ein Auto oder ein Fahrrad zeichnen. So könnte man oft nicht konstruieren. Das war unsere Angst auch und umso erleichterter waren wir, dass unsere räumliche Vorstellungskraft scheinbar ausreichte, um etwas zu Papier zu bringen, dass man tatsächlich so bauen kann.

… aber es war ja erst der allererste Entwurf.

Was uns aufgefallen ist? Nicht viel. Im Obergeschoss würden wir die Verbindungswand zwischen Bad und Schlafzimmer etwas nach rechts verschieben wollen, da vor dem Bett schon arg viel Platz ist. Den hätten wir lieber im Bad. Und auch der Schrank im oberen Flur braucht ja nicht so viel Platz. Die Wand mit dem Kleiderschrank im Ankleidezimmer könnte man auch etwas länger machen. Ein- und Ausgang sind doch etwas sehr großzügig geplant – da hätten wir lieber mehr Stauraum.

Aber alles in Allem sind wir sehr zufrieden mit dem Entwurf!

Unsere Ideen (erste Skizze)

Wir sind keine Architekten und haben auch noch nie ein Haus gebaut. Hier und da haben wir uns bei der Besichtigung ein paar Ideen geholt und uns inspirieren lassen. Daraus haben wir dann nachfolgende Skizzen entwickelt, die wir ohne jeglich professionelles Programm einfach mal in 2D zu Papier gebracht haben.

Skizze Erdgeschoss
Skizze Obergeschoss

So in etwa sollte unser Traumhaus aussehen.

In unseren Vorstellungen wollten wir eine Trennung zwischen arbeiten und wohnen schaffen und erst einmal ein schön großes Wohnzimmer mit offener Küche und großen Fenster-Fronten. Unten haben wir uns eine durch die obere Etage überdachte Terrasse gewünscht. Ebenso sollte die Haustür etwas zurückspringen, um die obere Etage als Vordach nutzen zu können. Oben dann eine Dachterrasse mit einem Luftraum, durch den mal ein Baum wachsen könnte. Außerdem ein großes Bad, dass über ein Ankleidezimmer mit dem Eltern-Schlafzimmer verbunden ist.

Ob und was davon überhaupt realisierbar ist, wissen wir nicht. Es handelt sich lediglich um eine laienhafte Skizze. Mal sehen, ob der Architekt sie in der Luft zerreißt oder ob er davon etwas übernehmen kann.